
Wasser sparen in der Industrie: Warum sich wassersparende Abwasseraufbereitung gerade jetzt lohnt
Juli 27, 2026
Gute Zahlen und besseres Abwasser
Druckgussspezialist Eisenmann aus Villingen-Schwenningen investiert.
Vor gut drei Jahren gab es bei der Eisenmann Druckguss GmbH harte Zeiten. Jetzt sind nicht nur die Zahlen positiv, sondern auch der Brandschutz und die Abwasseraufbereitung.
Andreas Weidler hat Grund zufrieden zu sein. Seit März 2023 ist er Geschäftsführer der Eisenmann Druckguss in Villingen-Schwenningen. Damals stand das Unternehmen mit dem Rücken zur Wand: Die Zahlen waren schlecht, relevante Investitionen wie unter anderem in den Brandschutz waren über Jahre ausgeblieben. „Das hätte fast zu einer Kündigung unserer Versicherung geführt“, erinnert sich der 55-Jährige an die ersten Wochen. Selbst für den erfahrenen Manager eine Herkulesaufgabe: „Als ich anfing, bin ich davon ausgegangen, dass es vor allem Probleme in der Gießerei – also im Kerngeschäft – zu lösen galt. Doch dazu kam, dass ich mich direkt um diese Brandschutzthematik und die Abwasseraufbereitung zu kümmern hatte.“ Denn diese ist zusätzlich kurz vor seinem Start ausgefallen.
Heute steht die Eisenmann Druckguss besser da. Andreas Weidler: „Wir haben in einigen Bereichen Wachstum.“ Die Zahlen sprechen für sich. 2022 lag der Umsatz bei 24,5 Millionen Euro, im Jahr 2025 waren es 28 Millionen Euro. „Aktuell sind wir auf Kurs.“ Zumal der Umsatz nur eine Seite der Medaille ist. Und investiert wurde obendrein in neue Techniköfen und Roboter. Das hat für einen signifikanten Zuwachs an Qualität geführt – „statt 15 Prozent Ausschuss sind es mittlerweile weniger als vier“. Dazu weitere Investitionen in den Brandschutz und die Abwasseraufbereitung.
Den Brandschutz auf Vordermann zu bringen, war schon schwierig, sagt Weidler. Komplexer war es dagegen, das industrielle Abwasser, in der Fachsprache Prozesswasser, wieder so zu reinigen, dass es nicht verschmutzter ist als gebrauchtes Wasser aus Haushalten. Nur dann darf es vom Unternehmen als sogenannter Direkteinleiter dem kommunalen Abwassernetz zugeführt werden. Es muss „einleitfähig“ sein. „Dies hätte die alte Anlage nur nach einer Reparatur geschafft. Aber es wäre nur eine Lösung auf Zeit gewesen. Perspektivisch hätte uns das nicht weitergeholfen“, macht der Geschäftsführer klar. Die Rechnung ist simpel: Ohne Abwasseraufbereitung muss die Eisenmann Druckguss ihr komplettes Prozesswasser sammeln und über einen Dienstleister fachgerecht entsorgen lassen. Dies war zu teuer! Also holte sich Weidler Expertise ins Haus: die Ingenieure Frank Schlegel und Jochen Holz, Abwasserprofis von smart5 aus Lörrach.
Zuerst galt es herauszufinden, wie viel Prozesswasser entsteht und was sich alles darin befindet, erläutert Frank Schlegel. Diese Liste ist lang: Dazu gehören Hydrauliköl und andere Schmierstoffe, Trennmittel auf der Basis von Polysiloxan und Wachse. „Basierend auf diesen Werten haben wir eine Aufbereitung projektiert und eine Versuchsanlage im kleineren Maßstab gestartet“, sagt Jochen Holz. Der Test verlief reibungslos und führte zur Installation einer mehreren Meter langen Filtrationsanlage mit etlichen Modulen und Reinigungsstufen im Kellergeschoss.
An deren einem Ende sprudelt klares, einleitfähiges Wasser ins kommunale Abwassernetz. Am anderen Ende werden die Reststoffe gesammelt und ihrer Bestimmung zugeführt. „Damit erfüllt die Eisenmann Druckguss nicht nur die notwendigen Vorgaben, sondern ist auch für die Zukunft gerüstet“, freuen sich die Ingenieure aus dem Markgräflerland.
Andreas Weidler: „Damit erfüllen wir als Eisenmann Druckguss nicht nur die notwendigen Vorgaben in Sachen Abwasser, sondern sind auch für die Zukunft gerüstet.“
Zum gesamten Anwenderbericht geht es hier: Eisenmann Druckguss GmbH Anwenderbericht



